Trainingsprogramm für den Arbeitsmarkt
Zwölf erwerbslose Akademiker haben an der FH Gießen-Friedberg einen Kurs begonnen, der sie auf berufliche Aufgaben in der Medizintechnik vorbereitet. Ihre Weiterqualifikation fördert das Programm „AQUA“ (Akademiker qualifizieren sich für den Arbeitsmarkt“) der Otto Benecke Stiftung.
Bei der „Studienergänzung Medizintechnik“ hat die Stiftung die FH Gießen-Friedberg als Kooperationspartner gewählt, weil die Bio- und Medizinwissenschaften in Lehre und Forschung zu den ausgewiesenen Schwerpunkten der Hochschule gehören. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer wurden durch ein bundesweites Auswahlverfahren gewonnen. Sie sind im Alter zwischen Mitte 30 und 50 Jahren und haben ein ingenieur- oder naturwissenschaftliches Erststudium zum Beispiel in Elektrotechnik, Maschinenbau, Physik oder Biochemie erfolgreich absolviert. Beworben haben sie sich für den dreizehnmonatigen Lehrgang, weil sie wieder berufstätig sein wollen und dabei eine Tätigkeit in medizinisch-technischen Einsatzgebieten anstreben.
Am Gießener Fachbereich Krankenhaus- und Medizintechnik, Umwelt- und Biotechnologie hat ihr Lehrprogramm unter der Leitung von Prof. Dr. Werner Trampisch mit einer Einführungswoche begonnen. Auf neun Monate verteilt folgen praxisnahe Lehrveranstaltungen mit einem Umfang von 30 Stunden pro Woche. Den Hauptanteil hat die fachspezifische Ausbildung mit der Vermittlung von Grundlagenkenntnissen unter anderem in Medizin, Medizintechnik, Gerätetechnik und Bildgebenden Systemen. Auf dem Lehrplan stehen auch Einführungen in das Gesundheitssystem, in die Betriebswirtschaftslehre und Kommunikationstraining. Danach wählen die Teilnehmer eine der beiden Vertiefungsrichtungen Medizinprodukterecht/Qualitäts- und Risikomanagement oder Informationstechnologie in der Medizin. Die Lehrinhalte werden in kleinen Seminargruppen vermittelt. Eine Projektarbeit bereitet auf die berufspraktische Phase vor. Das viermonatige Praktikum in der Industrie schließt sich an diesen Theorieblock an. Während des Kurses können die Teilnehmer weiter Arbeitslosengeld bekommen.
AQUA wird finanziert durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung. Als Projektträger arbeitet die Otto Benecke Stiftung bundesweit mit Hochschulen zusammen, die wie bei der „Studienergänzung Medizintechnik“ den fachlichen Teil des jeweiligen Weiterbildungsangebots übernehmen. Konzeptionell sind die Qualifikationsmaßnahmen am Bedarf der Unternehmen ausgerichtet und vermitteln die notwendigen fachlichen und überfachlichen Kenntnisse für die konkrete Berufstätigkeit.
Dreißig Prozent der Teilnehmer des ersten Kurses, der im vergangenen Jahr begonnen hat, haben bereits während der laufenden Maßnahme eine Stelle gefunden. Die anderen absolvieren zurzeit ihr Praktikum und haben laut Prof. Trampisch ebenfalls gute Chancen, auf dem stabilen Arbeitsmarkt Medizintechnik den Wiedereinstieg in das Berufsleben zu finden.
Weitere Informationen gibt es bei der Otto Behnecke Stiftung.
